Hamster und (Klein-)Kinder/weitere Tiere

Kind mit Hamster, Foto: M. Kelnberger

Kind mit Hamster, Foto: M. Kelnberger

Hamster stehen in der Beliebtheit als Haustiere ganz weit oben. Doch neben den ersten Informationen, die man bezüglich der unterschiedlichen Hamsterarten einholen sollte, muss man sich auch die Frage stellen, ob ein Hamster für (Klein-)Kinder überhaupt der ideale Partner ist. Wenn außerdem bereits ein Tier im Haushalt lebt sollte man abwägen, ob ein Hamster überhaupt auch das richtige Zweit-Heimtier ist oder nicht.

Was man zuerst einmal bedenken muss: Hamster sind Einzelgänger, deshalb sollten sie eigentlich auch nicht als Pärchen oder kleine Gruppe gehalten werden. Es gibt zwar Ausnahmen, bei denen eine problemlose Pärchen- oder Gruppenhaltung funktioniert – trotzdem sollten vor allem unerfahrene Hamsterbesitzer davon aber generell absehen.

Hier einige Eigenschaften der kleinen Nager:

  • Hamster sind fast ausschließlich nachtaktiv. Nur selten bekommt man sie tagsüber zu Gesicht und das dann meistens auch nur, wenn sie sich kurz auf die Suche nach Futter oder Wasser begeben. Da (Klein-)Kinder oft schon früh zu Bett gehen, haben sie nicht wirklich etwas von ihrem Hamster.
  • Hamster dürfen deshalb auch tagsüber nicht geweckt werden. Dies ist unnötiger Stress für sie, kann sogar die Lebenszeit des ohnehin schon kurzen Daseins verkürzen. Kinder können dies oft noch nicht verstehen.
  • Hamster sind Tiere zum Beobachten. In freier Wildbahn sind die Kleinen darauf programmiert, sich immer in Deckung zu halten, sind daher sehr aufmerksam, was in ihrer Umwelt passiert. Dementsprechend sind die kleinen Kerlchen auch extrem schnell. Manchmal kann es aufgrund ihrer Herkunft auch passieren, dass ein Hamster sich nie an seinen Menschen gewöhnt. Ihn deshalb „zu zwingen“, dass er auf die Hand kommt, darf man nicht; dabei macht man noch mehr kaputt als gut.
  • Ebenso sind Hamster keine „Kuscheltiere“ wie vielleicht Katzen oder Zwergkaninchen. Sie benötigen zwar regelmäßig Auslauf und Beschäftigung, lassen sich dabei aber nicht gerne auf den Arm nehmen bzw. bleiben nicht lange „still“ beim Menschen auf der Hand. Sie sind wuselige kleine Gefährten, deren Wesen man unbedingt akzeptieren muss. Man kann sie nicht „umerziehen“. Gerade Kinder wollen ja oft mit ihrem Haustier spielen, es herumtragen usw. Hierfür sind Hamster nur sehr bedingt geeignet.
  • Aufgrund ihres schmächtigen Körperbaus im Vergleich zu anderen Nagern oder Haustieren, sind Hamster nicht so robust. Knuddeln, spielen, schmusen mögen sie zum einen nicht und zum anderen kann so eine Kinderhand aus Versehen schon einmal „fester“ zudrücken wenn sie den wuseligen Nager festhalten möchte. Dass sich der Hamster durch Zwicken wehrt, ist dann nur verständlich.
  • Hamster brauchen täglich frisches und gesundes Futter. Es ist z. B. nicht empfehlenswert einfach das Standard-Futter aus dem Zooladen zu kaufen, da dies für den Hamster sehr ungesund ist. Es enthält viel zu viele Fette, Zucker und Farbstoffe. Eine gesunde Hamsternahrung findet man leider meistens nur im Internet.
  • Hamster benötigen zudem täglich Pflege und vor allem artgerechte Beschäftigung. Kinder sind darauf getrimmt, alle bunten und lustig aussehenden Gegenstände oder 08/15-Hamsterkäfige aus dem Zoogeschäft „schön“ zu finden. Ihnen zu erklären, dass ein bunter Plastikkäfig, ein zu kleines, buntes Laufrad, „lustige“ Jogging-Kugeln etc. dem Hamster aber ganz und gar nicht gefallen, stößt dabei oft auf Unverständnis.

Dennoch gilt: Für nicht alle Klein-Kinder ist ein Hamster ungeeignet, ganz im Gegenteil. Es kommt natürlich immer auf die Entwicklung und das Verständnis des Kindes an. Ob es begreift warum und wieso ein Hamster kein Kuscheltier ist, warum es für ihn nicht in Ordnung ist, in einem kleinen bunten Käfig zu wohnen, sondern warum er einen großen Käfig mit Holz- statt Plastik-Austattung benötigt.

Deshalb sollte noch vor dem Kauf mit dem Kind darüber gesprochen werden, was ein Hamster für ein kleines Individuum ist – genau wie das Kind selbst.

Auch im Zusammenleben mit anderen Haustieren ist teilweise Vorsicht geboten:

  • Wellensittiche sollten z. B. nicht im gleichen Raum mit dem Hamster stehen. Dieser braucht tagsüber absolute Ruhe (auch vor Kindergeschrei, also bitte auch nicht im Kinderzimmer aufstellen) und Wellensittiche sind ja den ganzen Tag aktiv.
  • Ebenso sollte vor allem mit anderen Papageien oder Vögeln darauf geachtet werden, dass sie ihm nicht zu Nahe kommen können. Die Schnäbel von Vögeln können viel Schaden anrichten.
  • Hunde und Katzen haben in der Nähe des kleinen Nagers absolut nichts verloren. Schon gar nicht, wenn der Kleine seinen täglichen Auslauf genießen darf. Auch wenn Sie Ihre Hand ins Feuer legen würden, dass Ihr Hund oder Ihre Katze nichts tun würde, mit 100%iger Sicherheit kann man dies nie vorhersehen.
  • Chinchillas, Mäuse oder andere kleine Nager sollten unbedingt in einem extra Käfig gehalten werden. Den gleichen Raum können sie sich aber beruhigt teilen, denn Chinchillas sind ja – ebenso wie der Hamster – nachtaktive Tiere. Andere Nager sind meistens von Natur aus still und stören den Hamster in seinem Schlaf tagsüber nicht.
  • Andere Tiere, die z. B. giftig sind oder Hamster auch einmal als Beute ansehen könnten, sollten in einem anderen Raum gehalten werden.

Von vorne herein können durch ausführliche Überlegungen die meisten Gefahrenquellen bereits beseitigt werden. Voraussetzung dafür, dass man diese Gefahrenquellen auch erkennt, ist, dass man weiß, welche Behandlung, Pflege und Aufmerksamkeit der Hamster benötigt!

Buchempfehlung zum Thema aus dem Ulmer Verlag

Hamsterheime mit Pfiff. Christina Manuela Frey. 2011. 64 S., 60 Farbf., kart. ISBN 978-3-8001-5981-9. € 5,95

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