Aquarien bis 30 l – Was gilt bei der Standortwahl zu beachten?

Da wir uns hier mit der Nano-Aquaristik beschäftigen, sprechen wir von Aquarien, die – wie oben beschrieben – bis etwa 30 l Volumen aufweisen. Verschiedene Firmen bieten inzwischen Aquarien zwischen 10 und 30 l Inhalt an, die komplett mit Beleuchtung, Filter und Heizung ausgestattet sind. Dennoch gilt weiterhin die Regel: je größer, desto einfacher.

Ursprünglich wurden diese kleinen Aquarien nur zur Pflege von Zwerggarnelen angeboten. Doch vermehrt dienen sie auch der Haltung und Zucht von Fischen. Für deren Pflege sollte die Grundfläche nicht weniger als 30 cm × 25 cm betragen. Bei den meisten kleinen Fischarten ist die Höhe des Aquariums zweitrangig, denn sie kommen in der Natur teilweise sogar bei Wasserständen von nur 10 cm vor. Nach meiner Erfahrung ist es wichtig, dass das Aquarium abgedeckt ist, denn damit verhindert man, dass zuviel Wasser verdunstet oder Fische und Wirbellose das Wasser verlassen können.

Auch wenn ein kleines Aquarium fast überall seinen Platz findet, sollte man beim Aufstellungsort doch einige Regeln beachten. Aufgrund der geringen Wassermenge kann sich ein solches Aquarium schnell aufheizen oder auch abkühlen. Standorte in der Sonne oder über der Heizung sind aufgrund der möglichen Erwärmung nicht geeignet. Da beim Hantieren mit oder im Aquarium immer etwas Wasser nach außen gelangen kann, sollten sich unter oder direkt neben dem Aquarium keine wichtigen Dokumente oder Steckdosen befinden. Ein etwas ruhigeres Plätzchen mit wenig Hektik vor dem Aquarium ist sinnvoller, weil nicht nur wir Aquarianer in das Aquarium hinein-, sondern auch die Fische hinausschauen können und aufgrund der geringen Aquariengröße kaum Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sind.

Ein 30-l-Aquarium sieht klein aus, kann aber komplett eingerichtet gut 40 kg wiegen. Daher müssen das Regal, der Schrank oder der Tisch, auf dem das Aquarium stehen soll, entsprechend stabil sein. Dort, wo man Ruhe benötigt, wie zum Beispiel im Schlafzimmer oder auch im Büro, sollte man sich gut überlegen, ob man ein Aquarium aufstellt. Durch den Filter – ob motor- oder luftbetrieben, ist dabei fast gleichgültig – entstehen Geräusche, die auf Dauer störend sein können. Bei Nano-Aquarien ist es sehr schwer, einen Ausschnitt der Natur nachzubilden. Das, was für uns ästhetisch und natürlich aussieht, hat häufig mit den natürlichen Biotopen nichts zu tun. Wasserpflanzen und klares Wasser sind in der Natur selten. Dennoch stört es die Fische nicht, wenn wir das Aquarium nach unseren Wünschen einrichten und dennoch ihre Grundbedürfnisse beachten. So benötigen viele Tiere Rückzugsmöglichkeiten in Pflanzen oder Höhlen, um allzu aufdringlichen Mitbewohnern oder Aquarianern aus dem Weg zu schwimmen. Entsprechend geschickt eingerichtete Aquarien mit freiem Schwimmraum und Versteckmöglichkeiten sind daher notwendig. Diese Kreativität ist umso mehr vom Aquarianer gefordert, da im kleinen Aquarium nur wenig Raum zur Verfügung steht. Ein Nano-Aquarium bietet nicht viel Platz für Gestaltungsmöglichkeiten. Daher sollte noch mehr Wert auf die Planung der Einrichtung gelegt werden. Bodengrund, Steine, Wurzeln, Höhlen und Pflanzen sind entsprechend der Bedürfnisse der tierischen Mitbewohner zu wählen. Da in einem solch kleinen Aquarium voluminöse Filter keinen Platz finden, kommen Bodengrund und Pflanzen eine wichtige Aufgabe zu. Pflanzen, die schnell wachsen, sind für ein kleines Aquarium eher ungeeignet, da zu häufige Umpflanzaktionen nicht angebracht sind.

Quelle und Buchempfehlung zum Thema aus dem Ulmer Verlag

Nano-Aquaristik. Praxis, Tipps und Tiere für kleine Aquarien. Kai Alexander Quante. 2010. 96 S., 82 Farbfotos, 7 Zeichn., kart. ISBN 978-3-8001-5983-3. € 19,90

Mehr Informationen zum Buch und zur Buchbestellung finden Sie hier.

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