Individuelle Katzenerziehung

Jede Katze ist ein Individuum und genauso so individuell gestaltet sich auch deren Erziehung. Wer die Grundregeln der Katzenerziehung beherrscht, weiß, dass nicht jede Katze auf jede Erziehungsmethode gleich gut reagiert. Zum Beispiel bei der Belohnung von erwünschtem Verhalten: Ein Leckerchen ist zwar für die meisten Katzen eine heiß begehrte Belohnung, so manche Katze freut sich aber über eine Streicheleinheit oder einfach nur leisen Zuspruch viel mehr.

Ähnlich sieht das bei der Bestrafung von unerwünschtem Verhalten aus: Eine sensible Katze kann durch lautes Rufen bei unerwünschtem Verhalten schon sehr verschreckt werden, während der Rüpelkater im gleichen Haushalt selbst die Wasserpistole ignoriert. In beiden Fällen erreicht die Bestrafung nicht das gewünschte Ziel, sondern das Gegenteil: Die verschreckte scheue Katze verschließt sich aus Angst jeglichen weiteren Erziehungsmethoden und der rüpelhafte Kater wird immer resistenter gegen solche.

Es ist daher nicht nur wichtig, im richtigen Moment zu belohnen und zu bestrafen, sondern die Methoden auf die jeweilige Katze genau anzupassen. Das heißt aber manchmal auch, dass man andere Wege als den von Bestrafung und Belohnung gehen muss.

Bevor man also die Geduld verliert, hilft es manchmal schon, beispielsweise zerbrechliche Dinge erstmal wegzuräumen und es einige Monate später erst wieder damit zu versuchen. Springt die Katze nach Monaten erfolgloser Erziehungsversuche immer noch auf den Tisch, kann kurzfristig doppelseitiges Klebeband helfen, um der Katze den Sprung zu verleiden. Und will kein Erziehungsversuch so richtig fruchten, sollte man sich auch darüber Gedanken machen, welche Gründe das unerwünschte Verhalten der Katze haben könnte.

Manche Katzen erhoffen sich durch Fehlverhalten mehr Aufmerksamkeit. Jedes Bestrafen würde der Katze diesen Wunsch erfüllen, weshalb man damit in diesem Fall genau das Gegenteil erreicht. Hier hilft es, Fehlverhalten zu ignorieren und die Katze anderweitig auszulasten. Beispielsweise mit Intelligenzspielen oder Clickertraining. An letzterem haben manche Katzen sogar so viel Spaß, dass sie irgendwann so manchem Hund in Sachen Tricks und Gehorsam Konkurrenz machen können und damit beweisen: Wenn man weiß wie, lassen Katzen sich erziehen und das sogar manchmal sehr gerne!

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232 x Katze. Sie fragen – wir antworten. Karin Schneider. 2008. 191 S., 36 Zeichn., kart. ISBN 978-3-8001-5750-1. € 12,90

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